Im Norden viel Neues

Das Online-Portal ELBE+ (ELektronische BEarbeitung von Leitungsanfragen) ging im Mai 2016 erstmalig in Hamburg online. Es hat eine hohe Nutzerakzeptanz und wird laufend weiter optimiert.

Bis Ende 2017 waren es bereits 1300 Nutzer (Baustellenbetreiber wie z.B. Bauunternehmen oder Architekten), die im vergangenen Jahr 8500 Leitungsanfragen an das Portal gestellt haben.

Die Anzahl geht weiterhin steil nach oben: Allein im Januar 2018 wurden mehr als 1000 Anfragen gestellt! Zu deren Beantwortung sind bislang 21 Leitungsunternehmen an ELBE+ angebunden - mit steigender Tendenz.

Jetzt geht es darum, ein erfolgreiches System noch besser zu machen. Das geht nur, wenn man genau auf die Anforderungen hört und den Workflow im täglichen Gebrauch unter die Lupe nimmt. Das Projekt ELBE+ wird federführend durch den Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV) koordiniert und umgesetzt. Vertragspartner ist Dataport mit der Firma grit als deren Partner.

Maximale Sicherheit bei minimalem bürokratischen Aufwand
ELBE+ kann jeder kostenfrei nutzen. Klar, dass die Betreiber da genauer wissen möchten, wer auf ihre Daten zugreift. Dafür braucht es feste Regeln, die Rechte und Pflichten der Nutzer (sowohl Auskunft-Suchende als auch Leitungsbetreiber) festlegen, auch für den Fall einer eventuellen Haftung.

Eine dieser Maßnahmen greift bereits bei der zwingend notwendigen Registrierung. Jedes Unternehmen muss sich bei ELBE+ mit einem persönlichen Email-Account registrieren. In der Regel hat nur eine einzelne Person Zugriff auf diesen Account. Damit die Weiterbearbeitung einer Leitungsanfrage auch in Abwesenheit der registrierten Person sichergestellt ist, wurde die Option eines sog. Funktionspostfaches, einer Sammeladresse für mehrere Nutzer hinzugefügt, wohin die Antworten der Leitungsunternehmen gesendet werden. Nichts bleibt mehr liegen.

Eine weitere wichtige Voraussetzung für das Stellen einer Leitungsanfrage ist das Akzeptieren einer sog. Auskunftsvereinbarung durch den Nutzer im Vorfeld. Auch dies ist keine große Hürde. Den bürokratischen Aufwand individueller Vereinbarungen mit jeder Anfrage gibt es in ELBE+ nicht mehr: Sobald der Nutzer der Auskunftsvereinbarung zugestimmt hat, erhält er diese automatisiert als PDF per E-Mail.

Anfragegebiet finden leicht gemacht – mit Übersichtskarten
Mit den bisher eingesetzten kleinen Kartenausschnitten konnten viele Nutzer nicht viel anfangen. Wer sich nicht gut auskannte, tat sich insbesondere bei wenig erschlossenen Regionen schwer, in einer großen Stadt wie Hamburg die genaue Lage des Anfragegebietes zu lokalisieren. Nun ist der Kartenausschnitt des Anfragegebietes in eine zusätzliche Übersichtskarte im PDF der Leitungsanfrage integriert. So findet man den relevanten Bereich auch leicht in seinem eigenen Kartenbestand oder in einem anderen Maßstab. Damit auch in anderen GIS-Systemen nichts schiefgehen kann, enthält das PDF sogar die entsprechende Koordinate.

Gezielte Anfragen statt Gießkanne
Bei einer Leitungsanfrage bezieht das Portal automatisch alle Leitungsunternehmen ein. In Einzelfällen ist das aber gar nicht notwendig. Beispiel: Möchte ein Bauunternehmer eine Wasserleitung zu einem Gebäude legen, braucht er Angebote von Wasserversorgern, die Leitungen in dieser Gegend haben. Wenn es ausschließlich um das Angebot geht, fragt er natürlich nur diese an, nicht etwa Stromversorger.

Deshalb kann ein ELBE+-Nutzer jetzt im System diejenigen Leitungsunternehmen einzeln anklicken, an die er seine Anfrage senden möchte. Das verringert den Aufwand insgesamt.

Adresssuche mit mehreren Datenbeständen erschließt das Umland
Die von ELBE+ genutzten Dienste werden vom LGV tagesaktuell bereitgestellt. Da sie aber an der Hamburger Stadtgrenze enden, werden Adressen weiter außerhalb nicht mehr gefunden. Inzwischen wurde ein bundesweiter Dienst des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG) integriert: Jetzt werden auch die Straßen außerhalb im Hamburger Umland  gefunden. Und damit ELBE+ auch zukunftssicher ist, wurde das gleich so gemacht, dass auch noch weitere Adressdienste eingebunden werden können.

Weitere Informationen zu ELBE+ finden Sie auf unserer Homepage hier oder Sie wenden sich direkt an

Dr. Brit Schnegelsberg
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