Bodenrichtwertinformationen für die Bürger im Internet

Im Freistaat Thüringen stellen die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte die ermittelten Bodenrichtwerte kostenfrei im Internet zur Verfügung. Das Bodenrichtwert-Informationssystem Thüringen (BORIS-TH) erfreut sich sowohl bei amtlichen als auch bei privaten Nutzern großer Beliebtheit.

Verantwortlich für das Projekt ist das Dezernat für Querschnittsangelegenheiten und Bodenmanagement Erfurt des Thüringer Landesamts für Vermessung und Geoinformation (TLVermGEO).

Thüringen ist schon lange fortschrittlich im Bereich  Geo-IT und gehörte europaweit zu den ersten Regionen, die ihre Geodaten zentral über das Internet zugänglich machten.

Wichtige Information zu Grund und Boden
Was genau sind Bodenrichtwerte? Im Gegensatz zum Verkehrswert bezeichnet der Bodenrichtwert den durchschnittlichen Lagewert des Bodens für eine Mehrheit von Grundstücken, für welche im Wesentlichen gleiche Nutzungs- und Wertverhältnisse vorliegen. Der Wert bezieht sich auf den Quadratmeter Fläche eines definierten Grundstücks. Gutachterausschüsse legen den Wert alle zwei Jahre auf Basis von Kaufpreisen  und anderer regionaler Faktoren fest. Es geht vorrangig um Bauland sowie land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, aber auch so genanntes Bauerwartungsland. Die so ermittelten Werte werden dann in Bodenrichtwertkarten dargestellt.

Alle Kartenwerke liegen nun digital vor und BORIS-TH ermöglicht der breiten Öffentlichkeit den kostenfreien Zugang zu den digitalen Karten im Internet – ohne Benutzername und ohne Passwort.

Was kann BORIS genau?
Die Bodenrichtwerte beziehen  sich auf regional eingegrenzte und genau definierte Zonen. Aufgrund des räumlichen Bezugs werden die Werte anhand von Karten präsentiert. Dazu dient die Basiskarte, die ggfs. mit digitalen Luftbildern (Orthophotos), topographischen Karten oder auch der Gemeindegrenzenkarte Thüringens hinterlegt wird

Möglich ist auch eine fachliche Unterteilung in Bauflächen, land- und forstwirtschaftliche Flächen sowie städtebauliche Maßnahmegebiete (Sanierungsgebiete und Entwicklungsbereiche). Die ebenfalls ausgewiesenen individuellen Eigenschaften eines Grundstückes - Merkmale, die den Verkehrswert beeinflussen - sind von großer Bedeutung, wenn es beispielsweise zu einem Vergleichswertverfahren bei Verkauf oder Vererbung kommt.

Der Nutzer kann in BORIS sowohl über Karten als auch durch Eingabe von Sachdaten navigieren. Bei der zweiten Option muss er eine Lagebezeichnung eingeben (Gemarkung, Flur, Flurstück oder Gemeinde, Straße, Hausnummer), um ein bestimmtes Grundstück aufzurufen. Dann erscheint der entsprechende Kartenausschnitt und ein Informationsfenster mit den dazugehörigen wertbeeinflussenden Merkmalen auf dem Bildschirm. Die Druckausgabe all dieser Daten ist kostenfrei.

Aufsetzen auf OGC Standards
Die grit GmbH hat das TLVermGEO über den gesamten Projektverlauf begleitet – bis hin zum produktiven Einsatz. Die für BORIS benötigten Software-Module wurden gemeinsam abgestimmt und von grit unter strikter Verwendung von OGC-konformen Webdiensten wie WMS (Web Map Service) oder WFS (Web Feature Service) entwickelt. Die vorhandenen Geo- und Sachdaten wurden aus dem bestehenden System nach Oracle Spatial überführt. Bei allen Maßnahmen wurden konsequent die zentralen OGC-Services der Geodateninfrastruktur (GDI) Thüringens genutzt. Dadurch wurden nicht nur nennenswerte Einsparungen bei Aufwand und Kosten erzielt, sondern auch viel Zeit gespart, sodass BORIS-TH pünktlich am Start war.

Einstieg vom gewohnten Portal
Die OGC-konformen Anwendungen ermöglichten auch die wichtige Integration des Auskunftsystems in das e-Government-Portal des Freistaates Thüringen, wo auch ungeübte Nutzer es leicht finden können. Das Portal enthält ein SingleSignOn-Verfahren (SSO), an welches BORIS ebenfalls angebunden wurde.

Vorteile kurz gefasst:

  • Komfortable Anbindung des Bodenrichtwertinformationssystems an das e-Government-Portal des Freistaates Thüringen
  • Reduktion von Aufwand und Kosten durch die Nutzung der Services der GDI Thüringen
  • Praktische Einbindung eines Dokumentendienstes zur Herstellung von Nachweisen

Ihr Ansprechpartner zum Projekt:

Olaf Schimmich
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