Perfekt geplante Routen für Außendienstmitarbeiter

In Fleischereibetrieben gibt es viele Unfallgefahren. Klar, dass dort mehr Schadensfälle vorkommen, als in einem Versicherungsbüro oder einer Bank. Unter anderem aus diesem Grund sind die Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe, Bereich Fleischwirtschaft (BGN) mehr als ausgelastet.

Obwohl es immer mehr Präventionsmaßnahmen und Sicherheitsvorschriften gibt, ist die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle gestiegen. Da muss die Folgebetreuung stimmen.

Die BGN ist für die gesetzliche Unfallversicherung im Bereich der Nahrungsmittel, Getränkeindustrie und der Fleischwirtschaft sowie für das Hotel- und Gaststättengewerbe zuständig. Nach einem Arbeitsunfall mit ggfs. schweren Unfallfolgen sorgt die BGN vor allem dafür, dass die Rehabilitanden so schnell wie möglich wieder geheilt an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können. Dafür beschäftigt der Unfallversicherungsträger Außendienstmitarbeiter (Reha-Manager), die sich darum kümmern, dass die Reha-Maßnahmen so zügig und effizient wie möglich und dabei noch kostengünstig durchgeführt werden können.

Zeit ist Geld - Exakte Planung ist unerlässlich
Das können die Reha-Manager nicht immer gut von ihren Schreibtischen aus erledigen. Wenn sie aber auf Tour gehen, dann möchten sie möglichst viele Rehabilitanden zu Beratungsgesprächen besuchen. Damit nicht ein Großteil dieser Zeit am Steuer verbracht werden muss, planen sie ihre Reisen minutiös. Früher geschah dies im Büro mit Reißzwecken auf einer Karte. Diese Wandkarte half den Mitarbeitern jedoch nicht weiter, wenn sie unterwegs waren und die Route umstellen oder ergänzen wollten. Heute gibt es dafür ein Geographisches Informationssystem (GIS), in das die grit GmbH eine eigens zu diesem Zweck entwickelte Applikation für die Routenplanung integriert hat. Es kann mit den entsprechenden Berechtigungen von überall eingesehen werden.

„Geo-Anwendungen sind an sich nichts Neues“, sagt Dr. Andreas Rose von der grit GmbH. „Aber nun werden sie immer öfter im täglichen Geschäftsleben eingesetzt. Doch da ist man nicht auf der grünen Wiese – jeder Kunde hat bereits IT-Lösungen, die er behalten will. Mit Standardlösungen kommt man hier nicht weiter, man muss integrieren können. Dazu braucht man neueste Technik. Aber neue Technologien sind bei uns zuhause, unsere Mitarbeiter fühlen sich mit ihnen wohl.“
 
Das System denkt mit und gibt eigene Vorschläge
Neben den Terminen bzw. der Zeit der Reha-Manager steht immer der Ortsbezug im Mittelpunkt. Ein Beispiel: Der Verunfallte wohnt in Duisburg und arbeitet in einem Betrieb in Mülheim. Dort passiert auch der Schadensfall. Der betreuende Arzt wiederum hat seine Praxis in Neuss. Dieser schickt seinen Patienten in eine Reha-Klinik, die auf dessen Problem spezialisiert ist. Die nächste Klinik dieser Art ist im entfernten Niederbayern. Bei anderen Fällen sieht es häufig ähnlich aus, deshalb werden die Wege lang und verzweigt. Da liegt es nahe, mehrere Reha-Fälle auf einer Reise zu verbinden. Nachdem alle Fälle und relevanten Einrichtungen in der Datenbank hinterlegt sind, gibt das System dem Anwender Vorschläge für eine sinnvolle Routenplanung. Auch wenn dieser nur zwei oder drei aktuell zu bearbeitende Fälle für die Suche eingegeben hat, erhält er möglicherweise Vorschläge für zusätzliche Besuche. Zum Beispiel hat der Reha-Manager die Möglichkeit, während seiner Reise seine Route anzupassen und online weitere Besuchstermine zu planen.

Ludwig Schreyer, Leiter Datenverarbeitung bei der BGN, Bezirksverwaltung Mainz: „Uns ist die Zeit unserer Mitarbeiter sehr wertvoll. Gerade eine effiziente Arbeit der Reha-Manager kann der BGN sehr viele Ausgaben sparen und die Ergebnisse verbessern. Da wollen wir nicht, dass unnötige Auto- oder Bahnfahrten diese Mitarbeiter mehr als unbedingt notwendig von ihren Kernaufgaben abhalten. Zum Wohle der BGN-Mitglieder.“

Verständlich für alle Anwender
Der technische Hintergrund des Systems ist für die Mitarbeiter überschaubar und unkompliziert. Alle Reha-Maßnahmen und involvierte Personen werden auf einer Großrechner-Anwendung der BGN verwaltet. Für eine Auskunft gibt der Reha-Manager dort ein oder mehrere Ziele an, die er aktuell anfahren möchte, inklusive der Zeiten. Nach dem Starten der GIS-Anwendung bekommt er einen Routenvorschlag, zunächst in Form einer Tabelle. Diese kann er nach Belieben anpassen (z.B. die Reihenfolge oder Besuchsdauer) und ergänzen (etwa mit benachbarten weiteren Reha-Fällen, Pausen und Übernachtungen). Dies alles erscheint schließlich auf einer Karte, wo der Mitarbeiter die Route nochmals überprüfen und ändern kann.

Alle Reha-Manager der BGN können auf die Anwendung zugreifen. Dadurch haben sie eine ideale Plattform für den internen Wissens- und Informationsaustausch, immer und von überall – in Echtzeit. Die Route kann anschließend ausgedruckt und exportiert werden, als Excel-Tabelle oder direkt in ein Navigationssystem.
Hinter all diesen Funktionalitäten steckt der xGDM-Editor der grit GmbH. Er stellt die Daten der Reha-Maßnahmen graphisch dar. Dies erfolgt in Kombination der von Google-Maps bereitgestellten Kartenwerke.

„Bevor Sie jetzt auf falsche Gedanken kommen“, fügt Schreyer hinzu: „Alle Daten der Reha-Maßnahmen verbleiben auf dem Server der BGN und können natürlich nicht im Internet eingesehen werden. Die strengen Datenschutzvorschriften in diesem Zusammenhang werden zu hundert Prozent eingehalten.“


Ihr Ansprechpartner zum Projekt:

Dr. Brit Schnegelsberg
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!