RWE AG: Nutzungsarten-Screening von Maststandorten

Mit GIS den Überblick behalten – der Umwelt zuliebe: Für die RWE Rheinland Westfalen Netz AG hat Umweltschutz einen hohen Stellenwert. Als man feststellte, dass in den 50er und 60er Jahren bedenkliche Korrosionsschutzmittel für Leitungsmasten verwendet wurden, ist das Unternehmen sofort aktiv geworden.

Die grit GmbH unterstützt den Energieversorger nun beim Auswerten unterschiedlicher Nutzungsarten der Flächen rund um die betroffenen Masten. Dieser Prozess nennt sich Nutzungsarten-Screening von Maststandorten.
 
Die RWE Rheinland Westfalen Netz AG ist im RWE-Konzern u.a. zuständig für das Verteilnetz. Ihre Töchter RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH und RWE Westfalen-Weser-Ems Verteilnetz GmbH betreiben Strom- und Gasnetze für eine Vielzahl von Netzeigentümern innerhalb und außerhalb des RWE-Konzerns. Sie sind zuständig für alle Entscheidungen im Zusammenhang mit Planung, Bau, Instandhaltung und Betrieb der von ihnen betreuten Versorgungsnetze. Dazu gehören bei 185.000 km Stromnetz auch eine Menge Masten!
 
Bodenwerte: Betroffene Flächen erfassen und auswerten
Umweltverträglichkeit ist heutzutage eine wesentliche Anforderung an Korrosionsschutzmittel. In früheren Jahren waren die Grenzwerte noch anders eingestuft. Die damals verwendeten Mittel konnten teilweise ins Grundwasser gelangen, beispielsweise durch Regen. Nach der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BbodSchV) des Bundesumweltministeriums liegt ein bestimmter Grenzprüfwert für ein Kilogramm Boden vor, vor allem natürlich für Wohn- und Schutzgebiete.
Um niemanden zu gefährden, gehen die verantwortlichen Stellen pragmatisch vor. Als erstes werden die betroffenen Masten (im Mittelspannungs- und 110kv Bereich, Baujahre vor 1970) erfasst und gekennzeichnet. Dies geschieht in einem sogenannten Geodokument, mit Karten und auch den entsprechenden Sachdaten.
Die Nutzungsarten der Flächen rund um die Maststandorte reichen von Wohnbauflächen, Sportanlagen, Parks und Spielplätzen bis zu gewerblich genutzten Grundstücken. Diese können nun, je nach Dringlichkeit aufgrund des überschrittenen Messwerts, in zwölf Stufen priorisiert werden. Beispiel: Nutzung durch spielende Kinder = Prio 1.
 
Wo kommen die Daten her?
Selbstverständlich hat die RWE ihre Sach- und Geodaten in einer eigenen Datenbank detailliert dokumentiert. Die fehlenden Informationen zu den Flächen rund um die Maststandorte kommen aus amtlichen Datenbeständen: Die Vermessungsämter der Länder liefern die ALK- und ALB-Daten (Automatisierte Liegenschaftskarte und Liegenschaftsbuch) und das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) den ATKIS-Datenbestand (Amtliches Topographisch-Kartographisches Informationssystem).
In ATKIS gibt es eine flächendeckende Möglichkeit der Nutzungsartenbestimmung, allerdings darf man aufgrund des Darstellungsmaßstabs und damit verbundener Generalisierungen keine besondere Detailgenauigkeit erwarten. In ALK und ALB liegen genauere Daten vor, jedoch nicht immer einheitlich und komplett. Fazit: Man muss alle verschneiden. So ergeben sich folgende Bestimmungsmöglichkeiten für die Nutzungsarten des Bodens im Umkreis eines Masts: ATKIS in Kombination mit ALK oder ATKIS in Kombination mit ALB.
 
Aussagekräftige und übersichtliche Dokumente zur Auswertung
Um künftig die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, müssen die verantwortlichen Stellen über transparente Auswertungsunterlagen verfügen. Die grit hatte mit dem xGDM-Dokumentendienst die richtige Lösung. Die Software erstellt für jeden Mast ein PDF-Dokument. Es zeigt die graphisch aufbereiteten Daten anhand von zwei Karten, in denen jeweils die Lage des Mastes durch einen Kreis gekennzeichnet ist und enthält ebenfalls die Sachdaten aus der Oracle-Datenbank.
All diese Informationen werden aktuell „on-the-fly“ angefragt, den jeweiligen Quellen entnommen und die Priorität der jeweils aktuellen Nutzung ermittelt. Wer nun annimmt, daraus ergäbe sich eine langwierige Prozedur, der liegt falsch: Allein in einer halben Stunde konnten ganze 1000 PDF-Dokumente erzeugt werden! 140.000 sind es im ganzen.
 
Anhand der vorliegenden Dokumentation können die RWE-Mitarbeiter bzw. die zuständigen Stellen Statistiken vorlegen und danach gezielt Maßnahmen ergreifen.
 
Das bringt es der RWE:

  • Schneller Zugriff auf amtliche Geodaten zur Ermittlung der Nutzungsarten
  • Übersichtlicher Output anhand von PDF-Dateien mit Geo- und Sachdaten
  • Sehr schnelle Verarbeitung großer Datenmengen

 
Ihr Ansprechpartner zum Projekt:'

Olaf Schimmich
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