ALKIS-Einführung bei Vattenfall Europe Hamburg

Wie in allen anderen Bundesländern waren auch bei der Vattenfall Europe Hamburg (VEH) in Hamburg noch einige Hausaufgaben zu erledigen, bevor ALKIS reibungslos eingeführt werden konnte. grit hat dabei geholfen, u.a. bei der Daten-Homogenisierung.

Deutschlandweit gehört Vattenfall Europe zu den drei größten Stromproduzenten. Die Unternehmensgruppe ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Energiewirtschaft aktiv. Die Vattenfall Europe AG entstand 2002 aus der Fusion von HEW (Hamburger Electricitätswerke) und VEAG (Vereinigte Energiewerke AG). 2006 wurde die frühere HEW in Vattenfall Europe Hamburg umbenannt.

Was nicht (mehr) passte wurde passend gemacht
Vorher basierte bei der VEH die gesamte Dokumentation der Netze und dazugehöriger Sachdaten auf der Digitalen Stadtgrundkarte (DSGK) der Hamburger Katasterverwaltung. Diese DSGK-Daten wurden über die Jahre von der VEH laufend mit vielen zusätzlichen Informationen zu den Leitungen und Betriebsmitteln angereichert um eine bessere Übersicht zu erlangen. Das betraf insbesondere die Dokumentation der Strom- und Fernwärmeleitungen und Trassen sowie Übersichtspläne.
Doch auch die Hamburger Katasterverwaltung war in der Zwischenzeit nicht untätig:  Die DSGK wurde dort durch Berechnung von Koordinaten und durch Homogenisierung (Überführung in ein einheitliches Format) ebenfalls perfektioniert. Auch dies ist ein laufender Prozess.
Durch all das wurden die Datenbestände zwar jeweils erheblich verbessert, aber die beiden Kartenwerke passten nicht mehr zusammen. Die Lage einzelner Objekte hatte sich verschoben und teilweise gab es Lageunterschiede von bis zu drei Metern.
 
Hohe Datenqualität durch richtige Produktwahl
Da die DSGK weiterhin die Basis für die Betriebsmitteldokumentation der VEH bilden sollte, musste der Energieversorger seine Pläne an die der Katasterverwaltung anpassen: VEH entschied sich, hierzu eine Homogenisierung der Daten durchzuführen.

Mit diesem Projekt wurde die grit beauftragt. Die grit-Software HOMAGE-Netz hatte sich schon in anderen Homogenisierungsprojekten bewährt. HOMAGE ist besonders geeignet für Bestandspläne, es enthält z.B. spezielle Algorithmen, wie Vorschriften zur Behandlung von Symbolen, Texten, parallel laufenden Leitungen, etc.
Durch Batch-Betrieb (paketweise, sequentielle Bearbeitung) wird HOMAGE auch mit großen Datenmengen problemlos fertig. Das war auch notwendig: das Projekt umfasste die Verarbeitung von 23.000 Stromleitungsplänen und 870 Grundplänen von jeweils einem Quadratkilometer.

Sobald die Datenbestände in Form der blattschnittfrei vorliegenden Grundpläne vorlagen, wurden sie von grit in eine Datenbank überführt und automatisch aufgeteilt. Die so entstehenden sogenannten Kacheln von 500 mal 500 Metern wurden dann nacheinander abgearbeitet.  Dabei ermittelten die grit-Mitarbeiter auch Unregelmäßigkeiten bei Lage und Beschriftung der einzelnen Objekte, die dann an die ALK angepasst wurden. Damit die Übergänge zwischen den Kacheln stimmen, bekam jede einzelne Kachel noch einen Puffer von 250 Metern Umkreis, dessen Inhalt bei der Homogenisierung mit berücksichtigt wurde. Kacheln, in denen keine Verschiebungen auftraten wurden aussortiert, um den Aufwand zu reduzieren. Hier handelte es sich oft um Grünflächen, Parks oder dünn bebautes Gelände an den Stadtgrenzen.

Bei den anfallenden Datenmengen war die Qualitätssicherung ein zentrales Thema im Projekt. HOMAGE-Netz liefert hier verschiedene statistische Informationen zu den Ergebnissen der Homogenisierung. Die Stellen, an denen bestimmte Vorgaben nicht umgesetzt werden konnten, wurden sofort gekennzeichnet und anschließend geprüft und korrigiert.
 
Gut durchdachte Vorbereitung spart letztendlich Zeit
Noch bevor mit der eigentlichen Homogenisierung begonnen werden konnte, waren auch hier einige wichtige Vorbereitungen durchzuführen: Die VEH benutzte die Plattform MicroStation von Bentley Systems zur Erfassung und Fortführung ihres Planwerkes. Mit von Vattenfall Europe Information Systems (VEIS) entwickelten Werkzeugen wurden die Datenbestände vorab bereinigt. Für die nachfolgende Umsetzung der MicroStation-Daten in das HOMAGE-Format war die wfw nord consult GmbH verantwortlich.
 
Der Aufwand lohnt sich
Mit all diesen Maßnahmen reduzierte VEH ganz erheblich den Aufwand für die Pflege der Pläne: Es gibt keine Klaffen mehr zwischen den eigenen Daten und den amtlichen Geobasisdaten. Deswegen können die Ergebnisse von GPS-Messungen unmittelbar in die Dokumentation eingetragen werden. Mit am wichtigsten ist natürlich die Tatsache, dass bei der ALKIS-Einführung in Hamburg der erforderliche Übergang von Gauß-Krüger-Koordinaten zu UTM-Koordinaten (Universal Transverse Mercator) unter Bezug auf ETRS89 für VEH entscheidend vereinfacht und beschleunigt wurde. 
Uwe Kiesel, Leiter der Netzdokumentation bei der Vattenfall Europe Netzservice GmbH in Hamburg: „Nach der erfolgreichen Homogenisierung unserer Datenbestände konnten wir dem Thema ALKIS-Einführung und dem Übergang nach ETRS89/UTM bedeutend gelassener entgegen sehen!“

Das bringt es dem Kunden

  • Einfache Pflege des Planwerks durch homogene, geometrisch exakte Datenbestände
  • Nutzung von GPS-Messungen möglich
  • Unkomplizierter Übergang nach ETRS89/UTM
  • Langfristige Nutzung der amtlichen Geobasisdaten durch VEH

Ihr Ansprechpartner zum Projekt:

Lothar Liesen
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